Advocacy: Kraftvolle Aussagen und Statements formulieren

Wie in einem unserer letzten Artikel angekündigt, gibt es neben der Kunst intelligente Fragen zu stellen (Inquiry) auch starke und weniger gut formulierte Aussagen (Advocacy). Kommunikation besteht nicht nur darin dem Gegenüber Fragen zu stellen und den Gesprächspartner zu verstehen bzw. Informationen zu entlocken. Gute Kommunikation kann nur dann ihr gesamtes Potential ausschöpfen, wenn man selbst seine Meinung und Informationen ebenso mit dem anderen teilt. Allerdings auf eine informative, wertschöpfende Art, ohne dabei seine Meinung aufzuzwängen oder gar dem anderen dabei auf die Füße zu treten. Seine Sichtweise bzw. eine kraftvolle Aussage zu treffen – das ist Advocacy

Noonan (2007) definiert kraftvolle Aussagen wie folgt:

Eine qualitative Advocacy hilft anderen zu verstehen wieso man eine gewisse Sichtweise hat, indem man seine Daten und Informationen, die diesem Blickwinkel zu Grunde liegen mit Ihnen teilt. Eine produktive Advocacy zeigt den Gesprächspartnern im besten Fall auch auf wieviel Wert man einer gewissen Information zu ordnet und wie man diese deutet. Man teilt seine Werte und deren Bedeutung, seine Gedanken und inneren Maßstäbe mit anderen verbunden mit Fakten und vorhandenen Informationen.

 

Effektive Advocacy formulieren

Manch einer mag jetzt denken: Ich sag immer meine Meinung! Das ist gut, aber es gibt gewaltige Unterschiede in dem ‚Wie‘ man etwas formuliert.

Zum Beispiel:

Version 1: Dieses Projekt kann gar nicht funktionieren.

Version 2: Ich habe gehört Tom ist momentan zu beschäftigt und kann leider diesem Projekt nicht die Aufmerksamkeit geben, die es bräuchte. Ohne ihn, könnte es Probleme geben. Seht ihr das genau so oder ordnet irgendjemand Tom’s Rolle weniger entscheidend ein für den Erfolg dieses Projektes?

Anstatt also einfach nur zu sagen: Nein, geht nicht; Sollte man begründen bzw. den anderen den Gedankengang erläutern warum man denkt, dass etwas nicht funktioniert oder schiefläuft.

Qualitativ hohe Advocacy zeigt klar und deutlich auf WARUM du so denkst wie du denkst. Es geht also ein Level tiefer. Gute Advocacy sagt nicht nur WAS du denkst oder WIE du denkst, sondern erklärt auch das WARUM.

 

Die Kraft des ‚Warum‘

Wie auch schon bei der Inquiry, belaufen sich auch hier die größten Probleme auf simples Missverstehen des anderen. Allgemeinheiten und Abstrakte Formulierungen können oft falsch aufgefasst werden. Indem seinen gedanklichen Hintergrund erklärt vermeidet man dies.

Es geht dabei nicht darum Diskussionen oder Argumente zu gewinnen, sondern Informationen zu teilen, die der Lösungsfindung helfen und Mehrwert für das Gespräch kreieren. Des Weiteren können andere dazu lernen und sich mit neu gewonnen Informationen weiterentwickeln. Je mehr Daten und gedankliche Hintergründe im Team bekannt sind, desto besser kann das Team als ganzes dem gemeinsamen Ziel entgegenwirken und lernen Prozesse zu verbessern. Klar kommunizierte Informationen helfen auch die Qualität der Argumentation in Diskussionen zu verbessern indem Emotionen rausgefiltert und fälschliche Annahmen vermieden werden.

Wie bereits erwähnt, je mehr Team Mitglieder ihr ‚Warum‘ neutral belegen und erklären können, desto mehr Informationen und Daten liegen auf dem Tisch zur Diskussion bereit. Dadurch kann man mehr lernen und sich verbessern. Wenig Informationen oder gar Missverständnisse führen zu schlechteren Entscheidungen und demnach weniger erfolgreichen Ergebnissen.

 

Ein gut gewähltes Beispiel hilft starke Aussagen zu vertreten

Auch hier ist es am einfachsten seine Sicht durch ein simples Beispiel zu verdeutlichen. Informationen anhand einer Metapher oder eines Beispiels zu konkretisieren hilft anderen den Gedankengang bzw. die informative Argumentation besser nachzuvollziehen.

Beispiele sollten jedoch greifbar sein, damit sie Advocacy wirksam unterstützen. Am besten sind konkrete Beispiele aus dem Projekt bzw. der Firma selbst, z.B. interne Berichte, die die Aussage bestätigen. Diese sollten relevant sein und nicht zu spezifisch. Zu eng gefasste Beispiele, z.B. von einem einmaligen Event, können einfach widerlegt werden, da sie sich eben nur auf diese eine konkrete Situation befassen. Berichte, die aber zum Beispiel einen absteigenden Trend darlegen und damit Bedenken unterstützen bieten auch besseres Verständnis bzw. Akzeptanz der entsprechenden Aussage.

Mit greifbar ist auch gemeint, dass Beispiele objektiv und für jeden der Gesprächspartner verständlich sein müssen. Ansonsten müssen andere einem einfach ‚glauben‘, was nur im Falle von starkem gegenseitigem Vertrauen wirkliche Kraft hat.

Letztlich sollten gut gewählte Beispiele nicht zu lang sein. Das eigentliche Statement sollte über eine ausschweifende Metapher nicht in Vergessenheit geraten.

 

Klar, informative Aussagen zu tätigen kreiert Mehrwert für das ganze Team. Es braucht Zeit, freiwillig sein ‚Warum‘ preiszugeben, zahlt sich aber definitiv aus.

Das obige Beispiel (Version 1 und 2) zeigt gleichzeitig auch, wie man Advocacy durch Inquiry verstärken kann. Mehr zur Balance zwischen beiden Kommunikations-Tools erläutern wir in einem unserer nächsten Artikel.

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