Ein Agiles Mindset erschaffen – Wie?

Die Vorteile von Agilität sind wohl jedem bekannt. Flexibilität, selbst-organisierte Teams und schneller ein funktionierendes Produkt an den Markt bzw. den Kunden bringen. Und obwohl es sich in der Theorie immer so toll anhört, funktioniert es in der Praxis leider doch recht selten. Wieso?

Weil oft nicht wahrhaftig agil gedacht wird. Man ist oberflächlich agil und glaubt auch so prinzipiell an die neuen Methoden, aber insgeheim ist man immer noch in alten Strukturen und Denkweisen gefangen, oft unbewusst – und gerade das ist das Problem.

Wie so oft, ist es aber nicht einfach sich zu ändern. Veränderung klingt immer gruselig und negativ und man sträubt sich innerlich dagegen. Insbesondere, wenn es nicht die eigene Idee war, sondern z.B. die des Managements.

Deswegen habe ich mir die Frage gestellt, wie man die Leute dabei unterstützen kann, ihnen Sicherheit und Raum geben kann, um ihre Denkweise zu verändern. Mein Hauptgrundsatz heißt dabei: Psychologische Sicherheit für den Change schaffen.

Psychologische Sicherheit

Jeder kennt es, wenn es heißt, der Teamleiter muss ein sicheres Umfeld schaffen. Ein Team in dem man sich sicher fühlt. In dem man keine Angst davor hat seine Stimme zu erheben und seine Meinung zu äußern. Solch ein Umfeld würde man als psychologisch sicher betrachten.

Doch wie schafft man das? Es gibt tausende Bücher und Studien, die diverse Methoden und Verhalten analysieren. Im Endeffekt kommt es aber meiner Meinung nach alles darauf an ob ein Teamleiter empathisch, authentisch und offen ist.

Empathie: Für mich geht es in diesem speziellen Fall, also wenn man Leute in ihrer Art zu denken verändern möchte, nicht nur um eine gewissen Basis Empathie. D.h. nicht nur simples Erkennen, dass es jemandem schlecht geht oder jemanden etwas stört und man sich dementsprechend verhält. Nein. Für mich bedeutet Empathie im Change, dass man sich wirklich Mühe gibt die Menschen und deren Beweggründe zu verstehen. Nicht nur das oberflächliche ‚was‘ sie machen bzw. fühlen oder das nächstgelegene ‚wie‘ sie gewisse Dinge sehen, sondern ‚warum‘ fühlen sie wie sie fühlen und wieso denken die Leute wie sie denken? Denn nur, wenn man sich die Mühe macht einen Schritt weiter zu denken, bin ich der Meinung ist man erst wirklich in der Lage den anderen Menschen ansatzweise wirklich zu verstehen und ihm dementsprechend genau das zu geben, was er braucht. Das beinhaltet auch verschiedenen Arten und Weisen umzudenken.

Authentizität: Auch so ein Satz, der in jedem Management Ratgeber steht – man soll authentisch sein. Was bedeutet es authentisch zu sein? Für mich ist es ja fast schon Ironie an sich, dass man den Leuten erklären muss, wie sie sie selbst sind. Denn genau das ist Authentizität – Du selbst sein. Dazu gehört, dass man sich so gibt wie man ist, auch als Chef mal vom Wochenende erzählt oder einen Kaffee trinken geht mit den Kollegen und Witze macht. Authentisch sein, heißt nicht, dass man alle seine Schwächen offenbaren muss und als Teamleiter nicht auch mal durchgreifen kann. Authentisch sein heißt für mich einfach nur, dass man nicht zu viel über jeden Atemzug nachgrübelt und auch als Teamleiter mal daneben liegen kann oder einen lustigen Fakt mit Keks und Kaffee in der Hand zum Besten geben kann. Bei solchen Themen weise ich immer gerne darauf hin, dass kein Mensch im privaten jemals so etwas hinterfragen würde. Bin ich authentisch gegenüber meinen Freunden? Meiner Familie? Klar, denn man ist entspannt und einfach mal selbst. Und genau das ist auch im Berufsleben meiner Meinung nach, das ganze Geheimnis. Loslassen und sich so zeigen wie man ist – Allerdings ohne dabei Kompetenz zu verlieren!!!

Offenheit: In vielen Fällen, von denen ich gelesen habe oder selbst beobachten konnte, war das Basis-Problem die Verschlossenheit der Mitarbeiter bzw. des Managements. Themen, Ideen oder Verhalten, welche nicht die eigene Wertetabelle wiederspiegeln direkt zu verwerfen und verurteilen. Und dabei ist das gerade so wichtig, um ein agiles Mindset aufzubauen: Offen sein und eben nicht nur nach eigenen Maßstäben leben.

All diese Dinge spielen für mich eine große Rolle, wenn ich darüber nachdenke einen sicheren Raum für Wandel zu schaffen. Es sind keine neuen Lösungen und Geheimstrategien, aber oftmals nicht bis zum Ende gedacht oder nur oberflächliches Geschwätz. Als Management diese wirklich umzusetzen ist oft schwierig – da dies oft Machtverlust und die Angst von verlorener Autorität mit sich trägt.

Aber jetzt mal ganz ehrlich? Ich finde, dass wenn man authentisch ist und das Team einen respektiert aufgrund der positiven Eigenschaften und Fähigkeiten – gibt einem das nicht eine ganz andere Art von Autorität? Nämlich ‚Macht‘ und ‚Respekt‘, welche sich aufgrund des Charakters und den Fähigkeiten anstelle der Position entwickeln. Und durch diese soziale Bindung und diesem sozialen Status, ist man auf eine gewisse Art und Weise noch viel stärker als zuvor. Und durch diese Stärke kann man anderen Leute auch besser helfen umzudenken bzw. Leute sind offener gegenüber einer gedanklichen Veränderung. Herzlich Willkommen agiles Mindset!

Autor: Melanie Bühne

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