Ein agiles Mindset entwickeln

Ein neues Mindset entwickeln… und dann auch noch agil – so ganz anders als das klassische. Da braucht es starke Unterstützung und ein offener Projektleiter, um dies erfolgreich zu meistern.

Ich habe letztens schon über drei Eigenschaften gesprochen, die meiner Meinung nach dabei entscheidend sind: Empathie, Authentizität und Offenheit.

Neben dem Charakter des Projektleiters, gehört aber auch das gesamte Arbeitsumfeld dazu. Dies wird zwar aktiv durch den Projektleiter geformt, aber durch die gesamte Organisation unterstützt. So zum Beispiel eine offene Fehlerkultur.

Fehlerkultur: In Hinsicht an eine offene Einstellung gegenüber anderen, spielt es auch eine große Rolle wie man mit Fehlern umgeht. Man kann so ziemlich aus jedem Fehler, und aus jedem Konflikt lernen, neue Erfahrungen sammeln und sich verbessern. Genau deswegen sind Missgeschicke und Konfliktsituationen tolle Möglichkeiten und sollten als Geschenk gesehen wird – Ein Geschenk des Lernens. Das heißt jetzt nicht, dass man ständig Fehler machen soll, sondern ich bin einfach der Meinung, dass wie so oft im Leben die richtige Einstellung Schlüssel zum besseren Leben, zum besseren Projekt ist. Und hier wäre dies nun einmal, Fehler und Konflikte als geschenkte Möglichkeiten zu betrachten und nicht irgendwelche rein negativen Störfriede.

Mein Chef, Thomas Sternkopf, sagte in diesem Sinne einmal so schön: Man kann jede Entscheidung treffen, man muss dann nur auch mit ihren Konsequenzen leben.

Ich finde dieser Satz passt da schön zu. Gerade als Teamleiter, sollte man dem Team vorleben, was es heißt offen zu sein, neues auszuprobieren und wenn dies schief geht – Mein Gott, das passiert, lernt draus und macht es beim nächsten Mal anders. Man kann die Konsequenzen, wenn sie erstmal stattfinden eh nicht ändern also leb damit und lern draus. Und andersherum: Wer nie ausprobiert, dem entgehen hunderte von Möglichkeiten, etwas Neues, tolles zu entwickeln. Man weiß halt nur selten vorher, welche Entscheidung da so genau hinführt. Also keine Angst haben und machen.

Gemeinsam arbeiten: Agil zu arbeiten, heißt gemeinsam zu arbeiten. Nur im Team und zusammen kann man erfolgreich Mehrwert kreieren. Das bedeutet:

  1. Team first

Dein Team sollte an oberster Stelle stehen. Wenn Konflikte im Team sind, oder jeder nur für sich selbst arbeitet, wird die Gruppe niemals ihr volles Potential erreichen. Agil heißt, Hand in Hand gemeinsam Probleme zu lösen und gemeinsam neue Lösungen zu finden. Niemand kann alleine alles bewältigen. Jeder Mitarbeiter hat besondere Eigenschaften und einzigartige Fähigkeiten, die zum gesamten Erfolg des Teams beitragen.

  1. Zuhören und Verstehen.

Wir haben bereits in vergangenen Artikeln (Advocacy und Inquiry) effektive Kommunikation diskutiert. Ein für Agilität offenenes Arbeitsumfeld zu haben, bedeutet, dass die Menschen sich einander zuhören und Mühe geben sich zu verstehen. Das heißt auch, sich als Team-Mitglied ganz einzubringen, als ganzer Mensch. Nicht nur der Projektleiter muss authentisch sein, sondern auch die Team-Mitglieder. Emotionen sind eine wichtige Informationsquelle bei der Kommunikation. Wenn man im Team ein Pokerface sendet dies nur ein Drittel der Informationen. Dieser Vorenthalt an Informationen kann zu Verunsicherung und Verwirrung im Team führen. Dadurch gehen oftmals Empathie und Vertrauen verloren. Die reine Sachlichkeit ist der Tod einer effektiven Team-Arbeit. Wahrhaftiges Arbeiten im Team bedeutet, dass man sich einander zuhört und füreinander da ist, sich unterstützt. Denn nur in der Summe kann man das maximale Potenzial rausholen und somit den höchsten Mehrwert für das Team und das Projekt erreichen. Dies ist oft nicht einfach, und der Projektleiter muss dort aktiv mitwirken, jedoch hilft jegliche gute Führung nichts, wenn sich das Team verschließt. Sollten Team-Mitglieder bemerken, dass sich jemand dem verschließt, so muss auch das offen ausgesprochen werden um eine Vertrauensbasis und Bereitschaft im Team aufzubauen, wodurch man erst wirklich agil arbeiten kann.

Veränderung begrüßen: Agilität ist flexibel und oftmals sehr ‚schnell‘. Das heißt, dass in einem Umfeld in welchem man agil arbeitet, ein Mindset vorhanden sein muss, welches Veränderung und Flexibilität willkommen heißt. Auch hier gilt wieder, der Projektleiter lebt dies zwar vor, wenn die Team-Mitglieder jedoch nicht mitziehen, bringt es nichts. Das Umfeld in dem man arbeitet, sollte also aktiv Veränderung willkommen heißen und diese nicht als ‚schlecht‘ empfinden. Hier spielt die Fehlerkultur auch eine große Rolle. Veränderung ist nichts schlechtes, sie kann oft für tolle Opportunitäten sorgen! Und selbst wenn etwas schief geht –  Durch die kurzen Zyklen im agilen Arbeitsumfeld, haben kleine Fehler oftmals gar keinen nachtragenden Effekt sondern können im nächsten Zyklus wieder ‚bereinigt‘ werden. Wenn man mit diesen Gedanken an ändernde Gegebenheiten heran tritt, ist man auf dem richtigen Weg ein effektives, agiles Arbeitsumfeld zu schaffen.

Sowie bei der Person, so ist auch hier der Schlüssel zu allem Mindset. Leider ist genau dies oft auch der Knackpunkt. In einem unserer nächsten Artikel werden wir uns mit zwei verschiedenen Mindsets beschäftigen und wie man den Leuten helfen kann, diese wahrzunehmen und entsprechend zu agieren bzw. ein agiles, offenes Mindset aufzubauen.

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