KANBAN-Einführung bei Soennecken eG

Vor kurzem haben wir uns in einem Artikel mit dem Kanban-Board und dessen Nutzung und Vorteilen beschäftigt. Nicht nur bei uns intern wird dieses benutzt, sondern unser Mitarbeiter Moritz Aly beschäftigt sich in seinem momentanen Projekt aktiv mit der Einführung und Umsetzung von Kanban im Allgemeinen.

Im folgenden Text hat er einmal davon berichtet, wie so etwas im ‚echten Leben‘ aussehen kann:

>> 

Die Soennecken eG ist ein mittelständisches Unternehmen mit 500 Mitarbeitern im Bereich Büroausstattung und andere Dienstleistungen. Zwei SCRUM-Teams arbeiten in dreiwöchigen Sprints sowohl an der internen Sortimentsverwaltung als auch an verschiedenen Shop-Systemen. Jedes Entwicklerteam hat einen eigenen Product Owner und einen externen SCRUM-Master (von sternkopf-consulting). Soweit so gut.

Neben der Weiterentwicklung kommt aber noch ein enormes Ticketaufkommen hinzu, das das Shop-Entwicklerteam ebenfalls stemmen muss. Das gleiche Problem hat die IT-Systemadministration, die neben dem Lagerbetrieb auch alle Unternehmensinternen IT-Systeme und die Hardware betreut.

Hierbei wird je nach Bereich mit unterschiedlichen Ticketsystemen gearbeitet und Tickets werden in der Regel auch einzelnen Mitarbeitern zugewiesen. Das führt bei einzelnen Mitarbeitern zu einem Ticketstau von 40-50 Tickets. Damit fehlt sowohl der Gesamtüberblick über alle Tickets, sowie über die Engpässe, die erst zu diesem Stau führen.

Daher haben wir hier in verschiedenen Teams und Bereichen KANBAN zur Bearbeitung des Ticketsaufkommens eingeführt. Das Shop-Entwicklersystem arbeitet nun mit einem virtuellen Scrum-Board für die Weiterentwicklung und einem haptischen KANBAN-Board für das Ticketaufkommen. Vor diesem Board wird jeden Tag zusammen mit dem Support-Team ein Daily abgehalten und problematische Tickets besprochen oder auch neu priorisiert. Es ist sofort ersichtlich, wenn eine hohes Ticketaufkommen ist. Gleichzeitig kann die Ticketbearbeitung aber auch kontrolliert zurückgefahren werden, wenn gerade die Weiterentwicklung wichtiger ist.

Im so genannten PaNiK-Team in der Systemadministration wurde ein mehrere Meter langes KANABN-Board installiert. Es wurden Regeln für die einzelnen Arbeitsschritte aufgestellt und in den Spalten, in denen es Sinn macht, ein WIP-Limit (Work In Progress – Limit) eingeführt, das kontinuierlich und mit Bedacht gesenkt werden kann. Auffallend waren hier vor allem, die Abhängigkeit von externen Dienstleistern und die damit verbundenen Wartezeiten. Genau diese Engstellen, konnten nun aber sichtbar gemacht werden und mit den Dienstleistern viel besser kommuniziert werden. Erste Verbesserungen, wie direkte und feste Ansprechpartner, konnten damit erzielt werden.

Zusätzlich wurde im IT-Systembereich auch ein Portfolio-KANBAN aufgebaut, um die teamübergreifenden Themen und größere Projekte besser abbilden zu können. Hierbei haben wir mit den Horizonte-Modell gearbeitet, das wir Ihnen in einem unserer anderen Artikel bereits vorgestellt haben.

Wie bei KANBAN üblich, stehen also neben dem kurzfristigen Visualisieren von Arbeitsabläufen und dem Erstellen von Metriken auch die langfristige kontinuierliche Verbesserung im Vordergrund. Durch KANBAN, regelmäßige Retrospektiven und Teamworkshops können immer wieder Engstellen visualisiert und identifiziert werden und dann an einer möglichen Verbesserung gearbeitet werden.

<< 

Zurück
Commerbank Allianz iKK classic Sparkasse Techniker Krankenkasse
Menü Icon
Kontakt Icon