Praktischer Einblick: Der Besuch eines agilen Projektes in München

Neue Methoden müssen immer erst verstanden und erlernt werden. Dazu liest man sich viele Artikel, Bücher, und Definitionen durch. In der Uni haben wir oft Lesestoff, der einen gerne mal mehrere Tage beschäftigt. Nur um sich dann zu fragen: Wie funktioniert das eigentlich in der Praxis?

Mit den agilen Methoden ist das nicht anders. Man liest und hört viel Theorie darüber, dennoch hilft nichts so sehr wie praktische Erfahrung. Genau deswegen hat mich Thomas Sternkopf vergangene Woche mit nach München genommen – auf das PI-Meeting der Allianz.

Ich durfte glücklicherweise den Agile Coaches und Scrum Teams über die Schulter gucken, habe mitbekommen wie User Stories erarbeitet und aufbereitet werden, wie die Teams miteinander interagieren und die Scrum Master sich um ihre Teams kümmern. Wie der Product Owner Prioritäten und Geschäftswerte festlegt, welche Probleme auftreten und wie man sie behebt, und wie am Ende Risiken eingeschätzt werden.

Es waren viele Eindrücke auf einmal und ich habe schon lange nicht mehr in so kurzer Zeit so viel gelernt wie in diesen zwei Tagen. Mal abgesehen von Terminologien, die man mir erklärt hat, so habe ich auch viel über den agilen Prozess an sich gelernt. Zum Beispiel, dass es wichtig ist sich darüber im Klaren zu sein ob eine Aufgabe ein Feature oder doch eher eine User Story ist. Klärt man dies nämlich nicht, so können zu viele Features entstehen, welche die Teams überlasten. Das wäre gegen die agile Denkweise, welche besagt, dass man in Scrum nur Aufgaben annehmen soll, die man innerhalb seiner Arbeitszeit effizient erledigen kann. Leider passiert das wohl schneller als man denkt, da Teams oft unterschätzen wie hoch ihre Kapazität ist oder wie lange eine Aufgabe dauert. In solchen Momenten fand ich es besonders spannend wie die Teams miteinander kommuniziert und sich ausgeholfen haben. So konnte man sich gegenseitig ‚Kapazität und Commitment leihen‘. Solch eine direkte Form der Kommunikation wird durch die räumliche Nähe während solch einem PI-Meeting definitiv vereinfacht. Ich hatte das Gefühl, dass diese Zusammenkunft für zwei Tage viel Planung erleichtert hat und viele Möglichkeiten sowie auch Risiken offenbart hat, welche sonst durch E-Mail- oder Telefon-Kommunikation verloren gehen.

Besonders interessant fand ich auch die Rolle der Scrum Master in Aktion. In den Definitionen heißt es immer, sie sind Mentoren und Diener des Teams‘. Und genauso war es. Obwohl die Scrum Master ihr Team durchgehend begleitet haben, waren sie eher stille Beobachter und auf keinen Fall etwa Teamleiter oder Vorgesetzte. Wenn Fragen waren haben sie dem Team geholfen und sie an das Wesentliche erinnert, wenn das Team vom Weg abkam oder Zeit verlor durch komplizierte Diskussionen. Des Weiteren haben sie intelligente Fragen gestellt, die das Team zum selber denken angeregt haben. Natürlich ist jeder Scrum Master anders, so wie die Menschen auch verschieden sind. Dennoch konnte man diese Verhaltens-Muster bei den Scrum Master, welche von den Teams und Kollegen als erfolgreiche, gute Scrum Master eingestuft wurden, widererkennen.

Diese zwei Tage in München haben mir einen ersten, praktischen Einblick in die agile Welt verschafft und viele neue Blickwinkel ermöglicht. Theorie in der Praxis zu sehen erklärt und hilft mir persönlich oft besser die Methoden zu verstehen, als hunderte von Büchern über das Thema zu lesen. Ich kann es kaum erwarten selbst agiler Coach zu werden und mein SAFe Zertifikat nächsten Monat zu machen!

Autor: Melanie Bühne, Werkstudent Sternkopf-Consulting

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